Recurvebogen für Anfänger: Kaufberatung und 5 empfehlenswerte Modelle

KaufberatungAktualisiert: 5 Min. Lesezeit

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Der Recurvebogen ist der Bogen, mit dem die meisten Menschen das Bogenschießen lernen – im Verein, im Kurs oder im Garten. Er ist vielseitig, verzeiht Fehler und kann mit dem Können wachsen. Trotzdem ist die Auswahl riesig: Von 40-Euro-Sets bis zu Wettkampfbögen für über 1.000 Euro ist alles dabei.

In dieser Kaufberatung erklären wir, worauf es bei einem Recurvebogen für Anfänger wirklich ankommt, welche Fehler Einsteiger häufig machen – und welche Modelle wir für den Start empfehlen.

Was ist ein Recurvebogen?

Beim Recurvebogen sind die Enden der Wurfarme vom Schützen weg gebogen („re-curved“). Diese Form speichert mehr Energie als ein gerader Langbogen gleicher Länge und sorgt für einen schnelleren, ruhigeren Pfeilflug. Der Recurvebogen ist der einzige Bogentyp, der bei den Olympischen Spielen geschossen wird.

Man unterscheidet grob drei Varianten:

  • Olympischer Recurve: mit Visier, Stabilisatoren, Klicker und Button – präzise, technisch anspruchsvoll.
  • Blankbogen (Barebow): ein Recurve ohne Visier und Stabilisatoren, gezielt wird über die Pfeilspitze oder intuitiv.
  • Traditioneller Recurve: meist aus Holz, ohne technische Hilfsmittel, beliebt im 3D-Parcours.

Für Anfänger ist das Schöne: Ein guter Einsteiger-Take-Down-Bogen kann all diese Richtungen bedienen. Man startet ohne Zubehör und rüstet später auf, sobald klar ist, wohin die Reise geht.

Worauf Anfänger beim Kauf achten sollten

1. Take-Down-System

Ein Take-Down-Bogen besteht aus drei Teilen: dem Mittelstück (Riser) mit Griff und zwei abnehmbaren Wurfarmen. Die Vorteile für Einsteiger:

  • Mitwachsend: Wenn die Kraft zunimmt, kauft man nur neue Wurfarme mit höherem Zuggewicht – nicht einen neuen Bogen.
  • Transport: Zerlegt passt der Bogen in eine kompakte Tasche.
  • Reparatur: Ein beschädigter Wurfarm lässt sich einzeln ersetzen.

Achte auf das Befestigungssystem. Viele Sport-Recurvebögen nutzen das ILF-System (International Limb Fitting). Damit passen Wurfarme verschiedener Hersteller auf das Mittelstück. Traditionelle Holz-Take-Downs nutzen dagegen oft Schraubverbindungen, bei denen nur die Wurfarme des jeweiligen Herstellers passen.

2. Das richtige Zuggewicht

Das Zuggewicht wird in englischen Pfund (lbs) angegeben und bezieht sich auf einen Auszug von 28 Zoll. Der häufigste Anfängerfehler ist ein zu starker Bogen. Er fühlt sich im Laden vielleicht noch machbar an, aber nach 30 Pfeilen zittert der Arm – und die Technik leidet. Die folgenden Werte sind Richtwerte für Einsteiger:

SchützeEinsteiger-Zuggewicht
Kinder (8–12 Jahre)10–16 lbs
Jugendliche14–20 lbs
Frauen16–24 lbs
Männer20–28 lbs

Ausführlich erklären wir das Thema in unserem Ratgeber Zuggewicht beim Bogen richtig wählen.

3. Die Bogenlänge

Die Bogenlänge (in Zoll) richtet sich nach der Auszugslänge. Ist der Bogen zu kurz, wird der Winkel der Sehne am Kinn zu spitz, und der Bogen „stackt“ – das Zuggewicht steigt am Ende des Auszugs stark an. Faustregel:

AuszugslängeEmpfohlene Bogenlänge
bis 24 Zoll62–64 Zoll
24–26 Zoll64–66 Zoll
26–28 Zoll66–68 Zoll
28–30 Zoll68–70 Zoll
über 30 Zoll70–72 Zoll

Wie du deine Auszugslänge misst, zeigen wir in Auszugslänge messen. Traditionelle Holz-Recurves für den Parcours sind oft kürzer (58–62 Zoll) – das ist gewollt, weil sie im Wald handlicher sind.

4. Rechts- oder Linkshand

Ein Rechtshandbogen wird mit der linken Hand gehalten und mit der rechten Hand gezogen. Entscheidend ist das dominante Auge: Wer mit dem rechten Auge zielt, schießt in der Regel einen Rechtshandbogen – unabhängig davon, mit welcher Hand er schreibt.

5. Set oder Einzelteile?

Sets sind praktisch, aber nur so gut wie ihr schwächstes Teil. Besonders die beigelegten Pfeile passen oft nicht zum Bogen. Qualitäts-Einsteigersets von Bogensportmarken (z. B. RAGIM Matrix) sind eine gute Lösung. Bei sehr günstigen No-Name-Sets mit 30 oder 40 lbs raten wir Einsteigern ab.

Empfehlenswerte Recurvebögen für Anfänger

Wir haben die folgenden Bögen nach Herstellerangaben, Ausstattung, Verfügbarkeit in vielen Zuggewichten und ihrer Verbreitung im Einsteigerbereich ausgewählt. Wir haben die Bögen nicht selbst im Labor getestet – mehr dazu, wie wir arbeiten, erfährst du hier.

Unser Tipp für den Verein

RAGIM Matrix 70″ – Einsteiger-Komplettset

Ideal für: Erwachsene, die sportlich im Verein einsteigen

Der RAGIM Matrix ist in vielen deutschen Vereinen als Einsteiger- und Leihbogen zu finden. Das Komplettset bringt alles Nötige für den Start mit und ist damit ideal, wenn man ohne langes Zusammensuchen loslegen möchte. Eine Variante mit 68 Zoll ist das RAGIM Matrix Evo Komplettset.

  • Take-Down-Recurve, verbreitet als Vereins-Einsteigerbogen
  • Komplettset mit Zubehör
  • Später mit Visier und Stabilisator erweiterbar
  • 70 Zoll – für kleine Personen zu lang
  • Zuggewicht bei der Bestellung passend wählen
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Preis-Leistung

Drake Wild Honey – Take-Down-Recurve aus Holz

Ideal für: Einsteiger, die sportlich oder intuitiv schießen wollen

Der Wild Honey verbindet ein warmes Holzmittelstück mit der Flexibilität eines Sportbogens. Durch die große Auswahl an Längen und Zuggewichten findet praktisch jeder Erwachsene die passende Variante. Er eignet sich für den Einstieg ohne Visier ebenso wie für den späteren Ausbau.

  • 62–70 Zoll und 18–38 lbs in 2-lbs-Schritten
  • Buchsen für Visier, Stabilisator, Button
  • Nur ca. 930–1.100 g
  • Bogen ohne Zubehör
  • Richtige Längen-/Gewichtsvariante wählen
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Penthalon Hero 66″ – Take-Down-Recurve

Ideal für: Einsteiger und Fortgeschrittene, die Wert auf Qualität legen

Penthalon ist eine Marke von Bearpaw, einem traditionsreichen deutschen Bogensport-Anbieter. Der Hero hat ein Mittelteil aus Actionwood mit Padouk- und Ahorn-Akzenten und ist in vielen Zugstärken erhältlich. Für Jugendliche gibt es die kürzere Variante Young Hero (54 Zoll).

  • 66 Zoll für ruhiges Auszugsverhalten
  • 12–40 lbs erhältlich
  • Aufnahmen für Stabilisator, Button, Visier, Köcher
  • Höherer Preis als Einsteigersets
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Samick Sage 62″ – Take-Down-Recurve

Ideal für: Einsteiger ins traditionelle und Freizeit-Bogenschießen

Der Samick Sage ist international einer der bekanntesten Einsteiger-Recurves. Er ist robust, handlich und eignet sich besonders für Freizeitschützen und den Parcours. Da die Zuggewichte bei 25 lbs beginnen, passt er eher zu kräftigeren Erwachsenen. Die Wurfarme sind separat erhältlich, sodass man später aufrüsten kann.

  • Seit vielen Jahren beliebter Einsteigerklassiker
  • Wurfarme einzeln nachkaufbar
  • Für Rechts- und Linkshänder
  • Zuggewichte beginnen erst bei 25 lbs
  • 62 Zoll – für lange Auszüge eher knapp
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Budget

Toparchery 62″ Takedown-Recurve

Ideal für: Freizeitschützen mit kleinem Budget

Wenn das Budget knapp ist und der Bogen vor allem für Freizeit und Garten gedacht ist, ist dieser zerlegbare Holz-Recurve eine brauchbare Wahl. Wichtig: das niedrigste passende Zuggewicht wählen (20 lbs für die meisten Einsteiger) und ordentliche Pfeile dazukaufen.

  • Günstiger Einstieg
  • Inklusive Pfeilauflage, Sehne, Spanner, Armschutz, Fingerschutz
  • Zuggewichte ab 20 lbs
  • Kein ILF-System
  • Einfachere Verarbeitung als Markenbögen
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Was du außerdem brauchst

Ein Bogen allein reicht nicht. Für den Start brauchst du zusätzlich:

Häufige Fragen

Welcher Recurvebogen ist für Anfänger am besten?

Ein zerlegbarer Take-Down-Recurve mit geringem Zuggewicht (18–26 lbs für Erwachsene) und passender Länge. Bewährte Einsteigermodelle sind zum Beispiel der RAGIM Matrix, der Drake Wild Honey oder der Penthalon Hero.

Wie viel kostet ein guter Recurvebogen für Anfänger?

Ein solider Einsteigerbogen kostet etwa 90 bis 200 Euro. Dazu kommen Pfeile und Zubehör für ca. 50 bis 100 Euro.

Sind 30 lbs zu viel für Anfänger?

Für die meisten erwachsenen Einsteiger ja. 30 lbs lassen sich zwar ausziehen, aber nicht über viele Pfeile sauber halten. Besser ist es, mit 18–26 lbs zu beginnen und später stärkere Wurfarme zu kaufen.

Kann man mit einem Recurvebogen im Garten schießen?

Grundsätzlich ja, wenn niemand gefährdet wird und ein sicherer Pfeilfang vorhanden ist. Details erklären wir im Ratgeber „Bogenschießen im Garten“.

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