Auszugslänge messen: 3 einfache Methoden – und was daraus folgt

RatgeberAktualisiert: 3 Min. Lesezeit

Die Auszugslänge ist eine der wichtigsten Zahlen für jeden Bogenschützen. Von ihr hängen die passende Bogenlänge, die Pfeillänge und das tatsächliche Zuggewicht ab. Trotzdem kennen viele Einsteiger ihre Auszugslänge nicht – dabei lässt sie sich in wenigen Minuten bestimmen.

Hier zeigen wir dir drei Methoden, um deine Auszugslänge zu messen, und erklären, was du mit dem Ergebnis anfangen kannst.

Was genau ist die Auszugslänge?

Die Auszugslänge (englisch: draw length) ist die Strecke, um die du die Sehne bis zu deinem Ankerpunkt zurückziehst. Nach der verbreiteten AMO-Norm wird sie vom Nockpunkt auf der Sehne bis zum tiefsten Punkt des Bogengriffs gemessen – plus 1¾ Zoll (4,4 cm). Angegeben wird sie in Zoll (1 Zoll = 2,54 cm).

Die meisten Erwachsenen haben eine Auszugslänge zwischen 26 und 30 Zoll. Sie hängt vor allem von der Armspannweite ab – aber auch vom Ankerpunkt und der Technik. Ein Recurve-Schütze mit Ankerpunkt unter dem Kinn hat oft einen etwas anderen Auszug als ein traditioneller Schütze mit Anker am Mundwinkel.

Methode 1: Armspannweite (Schätzung)

Die einfachste Methode, ideal, wenn du noch keinen Bogen hast:

  1. Stell dich mit dem Rücken an eine Wand und breite die Arme waagerecht aus, Handflächen nach vorn.
  2. Lass von einer zweiten Person die Spannweite von Mittelfingerspitze zu Mittelfingerspitze messen.
  3. Rechne die Spannweite in Zoll um (Zentimeter ÷ 2,54) und teile sie durch 2,5.

Beispiel: Spannweite 175 cm ÷ 2,54 = 68,9 Zoll. 68,9 ÷ 2,5 = 27,6 Zoll Auszugslänge.

Methode 2: Die Wand-Methode

  1. Stell dich seitlich zu einer Wand und strecke den Bogenarm zur Wand aus, die Faust berührt die Wand.
  2. Dreh den Kopf zur Wand, als würdest du zielen.
  3. Eine zweite Person misst den Abstand von der Wand bis zu deinem Mundwinkel (bzw. deinem Ankerpunkt).
  4. Das Ergebnis ist eine gute Näherung der Auszugslänge.

Diese Methode berücksichtigt bereits deine Körperhaltung und kommt der tatsächlichen Auszugslänge oft näher als die Spannweiten-Formel.

Methode 3: Mit Messpfeil am Bogen (am genauesten)

Viele Vereine und Bogenshops haben einen Messpfeil – einen besonders langen Pfeil mit Zollskala. Mit einem sehr leichten Bogen ziehst du bis zu deinem Ankerpunkt aus, und ein Helfer liest an der Skala ab, wo der Pfeil den Rücken des Bogens erreicht. Danach wird mit der AMO-Formel umgerechnet. Das ist die genaueste Methode, weil sie deinen echten Ankerpunkt und deine Technik abbildet.

Was folgt aus der Auszugslänge?

Bogenlänge

AuszugslängeRecurvebogen-Länge
bis 24″62–64″
24–26″64–66″
26–28″66–68″
28–30″68–70″
über 30″70–72″

Mehr dazu im Ratgeber Recurvebogen für Anfänger. Bei Lang- und Reiterbögen gibt der Hersteller meist eine maximale Auszugslänge an – diese sollte über deiner Auszugslänge liegen.

Pfeillänge

Pfeile sollten ca. 1 bis 2 Zoll länger als die Auszugslänge sein, damit die Spitze im Vollauszug sicher vor der Pfeilauflage liegt. Mehr in Pfeile für Anfänger.

Tatsächliches Zuggewicht

Das auf dem Bogen angegebene Zuggewicht gilt bei 28 Zoll Auszug. Bei kürzerem Auszug ist es geringer, bei längerem höher – beim Recurve um grob 2–3 lbs pro Zoll. Details erklärt unser Ratgeber Zuggewicht beim Bogen.

Häufige Fragen

Wie berechne ich meine Auszugslänge?

Schnell geschätzt: Armspannweite in Zoll geteilt durch 2,5. Beispiel: 70 Zoll Spannweite ergibt 28 Zoll Auszugslänge.

Ändert sich die Auszugslänge mit der Zeit?

Ja, oft um ein bis zwei Zoll, wenn sich Technik und Ankerpunkt entwickeln. Einsteiger ziehen anfangs meist etwas kürzer aus. Deshalb Pfeile lieber etwas länger kaufen.

Wie lang ist ein Zoll in Zentimetern?

Ein Zoll entspricht 2,54 Zentimetern. 28 Zoll sind also etwa 71 Zentimeter.

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