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Einfach nach Feierabend ein paar Pfeile im Garten schießen – für viele Bogenschützen ist das ein Traum. Aber ist das überhaupt erlaubt? Und wie richtet man einen Schießplatz ein, von dem keine Gefahr ausgeht?
Dieser Ratgeber fasst zusammen, was du zum Bogenschießen im Garten wissen solltest: die wichtigsten rechtlichen Punkte in Deutschland, Haftungsfragen und eine Checkliste für einen sicheren Aufbau.
Ist Bogenschießen im eigenen Garten erlaubt?
Eine bundesweite Regel, die das Bogenschießen im eigenen Garten ausdrücklich erlaubt oder verbietet, gibt es nicht. Entscheidend ist ein Grundsatz: Du darfst niemanden gefährden. Wer auf seinem eigenen, ausreichend großen und abgesicherten Grundstück schießt, sodass kein Pfeil das Grundstück verlassen kann, bewegt sich in aller Regel im erlaubten Rahmen.
Problematisch wird es, wenn Pfeile auf Nachbargrundstücke, Wege oder Straßen gelangen könnten, wenn Menschen oder Tiere gefährdet werden oder wenn örtliche Vorschriften (z. B. Polizeiverordnungen oder Satzungen der Gemeinde) etwas anderes regeln. Wer andere gefährdet, riskiert nicht nur Ärger mit Nachbarn, sondern auch Bußgelder, Schadensersatzforderungen und im schlimmsten Fall strafrechtliche Folgen.
Ist ein Bogen eine Waffe?
Nach dem deutschen Waffengesetz sind Pfeilbögen – anders als Armbrüste – keine Waffen im Sinne des Gesetzes. Sie dürfen deshalb ohne Erlaubnis gekauft und besessen werden. Das bedeutet aber nicht, dass man überall damit schießen darf.
Mietwohnung und Gemeinschaftsgarten
Als Mieter solltest du vorher mit dem Vermieter sprechen, denn der Garten gehört nicht dir allein und die Hausordnung kann Regeln enthalten. In Gemeinschaftsgärten und Kleingartenanlagen ist Bogenschießen häufig durch die Gartenordnung ausgeschlossen – oder schlicht nicht sicher möglich.
Öffentliche Flächen, Wald und Park
Auf öffentlichen Flächen, in Parks oder im Wald darfst du nicht einfach schießen. Dort können sich jederzeit Menschen und Tiere aufhalten. Für das Schießen im Gelände gibt es genehmigte 3D-Parcours.
Jagd
Die Jagd mit Pfeil und Bogen ist in Deutschland verboten. Auch auf Tiere im Garten – Tauben, Kaninchen, Katzen – wird selbstverständlich niemals geschossen.
Haftung und Versicherung
Wenn doch etwas passiert, haftest du für den Schaden. Prüfe deshalb, ob deine private Haftpflichtversicherung das Bogenschießen abdeckt – viele Policen schließen „Sportschießen“ ein oder aus, das ist sehr unterschiedlich. Vereinsmitglieder sind beim Training im Verein oft über den Verband versichert; für den eigenen Garten gilt das in der Regel nicht.
Nachbarn
Rechtlich nicht vorgeschrieben, aber dringend empfohlen: Sprich mit deinen Nachbarn, bevor du im Garten einen Schießplatz einrichtest. Wer weiß, dass ein Pfeilfang vorhanden ist und in welche Richtung geschossen wird, fühlt sich sicherer – und reagiert gelassener. Das Aufschlaggeräusch auf einer Strohscheibe ist leise; das Nachbarschaftsverhältnis hängt eher am guten Gefühl, dass keine Gefahr ausgeht.
Checkliste: So richtest du einen sicheren Schießplatz ein
- Schussrichtung: Immer vom Haus weg auf eine Grundstücksgrenze zu, hinter der sich keine Menschen aufhalten können – nie in Richtung Straße, Weg, Spielplatz oder Nachbargarten mit Sitzbereich.
- Pfeilfang: Hinter der Scheibe ein ausreichend großes Pfeilfangnetz, eine Pfeilfangmatte oder ein Erdwall. Für Einsteiger mindestens 3 m breit.
- Seitlicher Sicherheitsbereich: Links und rechts der Schusslinie darf sich niemand aufhalten.
- Geeignete Scheibe: passend zum Zuggewicht – siehe Zielscheiben-Ratgeber.
- Distanz: Im Garten reichen 10–18 m völlig. Kürzere Distanzen reduzieren auch die Streuung.
- Schießlinie markieren und klare Regeln: Pfeile werden erst geholt, wenn alle fertig sind; niemand geht vor die Schießlinie, solange geschossen wird.
- Kinder und Haustiere vom Schießbereich fernhalten oder beaufsichtigen.
- Pfeile zählen: Verlorene Pfeile sofort suchen – ein im Rasen liegender Pfeil ist beim Mähen gefährlich.
Die richtige Ausstattung für den Garten
- Eine wetterfeste Schaumstoffscheibe, z. B. die Stronghold Zielscheibe 60 × 60 × 10 cm für Bögen bis 40 lbs.
- Ein Pfeilfang wie die Pfeilfangmatte „Maximum Safe“ (3 × 2 m) oder das Stronghold Pfeilfangnetz-Set.
- Ein stabiler Ständer oder eine sichere Befestigung der Scheibe.
- Optional ein 3D-Ziel für Abwechslung – immer mit Pfeilfang dahinter.
Häufige Fragen
Darf man in Deutschland im Garten Bogenschießen?
Grundsätzlich ja, wenn niemand gefährdet wird und kein Pfeil das Grundstück verlassen kann. Örtliche Vorschriften, Mietvertrag oder Gartenordnung können Einschränkungen enthalten.
Brauche ich für einen Bogen einen Waffenschein?
Nein. Pfeilbögen sind nach dem Waffengesetz keine Waffen. Für Armbrüste gelten dagegen besondere Regeln.
Wie groß muss mein Garten zum Bogenschießen sein?
Es gibt keine Mindestgröße. Du brauchst aber genug Platz für eine Distanz von einigen Metern, einen seitlichen Sicherheitsbereich und einen Pfeilfang hinter der Scheibe. Entscheidend ist, dass niemand gefährdet werden kann.
Zahlt meine Haftpflicht, wenn beim Bogenschießen etwas passiert?
Das hängt von deinem Vertrag ab. Frag bei deiner Versicherung nach, ob Sportschießen mit dem Bogen eingeschlossen ist.




