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Jeder Bogenschütze kennt ihn früher oder später: den schmerzhaften Schlag der Sehne auf den Unterarm. Er brennt, hinterlässt einen blauen Fleck und verunsichert – beim nächsten Schuss zuckt man unbewusst. Genau dagegen hilft ein Armschutz.
In diesem Ratgeber erfährst du, warum der Armschutz beim Bogenschießen so wichtig ist, woran es liegt, dass die Sehne den Arm trifft, wie der Schutz richtig sitzt – und welche Modelle für Einsteiger, Kinder und traditionelle Schützen passen.
Warum trifft die Sehne den Arm?
Beim Lösen schnellt die Sehne mit hoher Geschwindigkeit nach vorn. Liegt der Unterarm des Bogenarms zu nah an der Sehnenbahn, wird er gestreift. Typische Ursachen:
- Überstreckter oder eingedrehter Ellbogen: Der Ellbogen zeigt nach unten statt leicht nach außen – der Unterarm dreht sich in die Sehnenbahn.
- Zu fester Griff: Wer den Bogen verkrampft umklammert, verdreht ihn beim Lösen.
- Geringe Standhöhe: Ist der Abstand zwischen Griff und Sehne zu klein, läuft die Sehne näher am Arm vorbei.
- Weite Kleidung: Ärmel können die Sehne ablenken – das kostet Präzision und kann gefährlich sein.
Welche Arten von Armschutz gibt es?
Leder-Armschutz
Der Klassiker, vor allem bei traditionellen Schützen. Leder ist robust, passt sich mit der Zeit dem Arm an und sieht schön aus. Viele Modelle werden geschnürt oder mit Riemen befestigt. Leder braucht etwas Pflege und ist schwerer als Kunststoff.
Kunststoff- und Kunstleder-Armschutz
Leicht, günstig und pflegeleicht. Oft mit Verstärkungsschienen und Klett- oder Gummibändern. Ideal für Einsteiger und für Leihausrüstung im Verein.
Kompressionsärmel mit Schutzpolster
Ein elastischer Ärmel, der eng am Arm anliegt, oft mit eingenähtem Polster. Sehr bequem, hält Kleidung zuverlässig zurück und verrutscht nicht. Beliebt bei Sportschützen und in der warmen Jahreszeit.
Lang oder kurz?
Kurze Armschutze decken nur den Unterarm ab und reichen für die meisten Schützen. Lange Varianten schützen zusätzlich die Ellenbeuge – sinnvoll, wenn die Sehne auch dort trifft, zum Beispiel bei überstreckbaren Ellbogen.
Empfehlenswerte Armschutze
Bearpaw Armguard Dynamic
Ideal für: Einsteiger und Fortgeschrittene mit Recurve- oder Langbogen
Der Dynamic von Bearpaw wird wie ein Ärmel übergezogen und passt sich dem Arm an. Er ist angenehm zu tragen, auch über längere Trainingseinheiten, und sorgt gleichzeitig dafür, dass Ärmel nicht in die Sehnenbahn geraten.
- Kompressionsmaterial – rutscht nicht
- Leicht und atmungsaktiv
- Hält Kleidung aus der Sehnenbahn
- Größe muss zum Arm passen
elToro Queen – Leder-Armschutz
Ideal für: traditionelle Schützen und alle, die Leder mögen
Ein klassischer Lederarmschutz mit traditioneller Optik. Die Schnürung über Ösen und ein elastisches Band sorgt für einen individuellen Sitz. Passt perfekt zu Langbogen, Reiterbogen und Holz-Recurve.
- Robustes, anschmiegsames Leder
- Mittig verstärkt
- Schnürung mit elastischem Band
- Anlegen dauert etwas länger
- Kurz (ca. 18 cm)
Elong Leder-Armschutz mit 3 Riemen
Ideal für: Einsteiger, die Leder zum kleinen Preis suchen
Ein günstiger Lederarmschutz mit drei Klettriemen, der sich schnell anlegen lässt. Die inneren Versteifungen verhindern, dass die Sehne durchschlägt. Eine gute Wahl für Einsteiger, die gleich Leder möchten.
- 22 cm lang, zwei innere Versteifungsstäbe
- Drei verstellbare Klettriemen
- Günstig
- Klett statt Schnürung – weniger traditionelle Optik
Hosolee Armschutz mit voller Abdeckung
Ideal für: Schützen, deren Ellenbeuge ebenfalls getroffen wird
Wenn die Sehne nicht nur den Unterarm, sondern auch die Ellenbeuge trifft, ist ein langer Schutz sinnvoll. Dieser Ärmel mit EVA-Polster deckt den Arm großflächig ab und eignet sich für Recurve-, Compound- und Langbogen.
- Elastischer Ärmel mit EVA-Schaumpolster
- Deckt den ganzen Unterarm ab
- Für Jugendliche und Erwachsene
- Im Hochsommer wärmer als ein kurzer Schutz
Für Kinder und als günstiger Ersatz für Leihausrüstung eignet sich der Armschutz aus Gummi im 2er-Pack. Ein weiteres einfaches Modell ist der elToro Armschutz kurz (Black Edition) mit zwei Verstärkungsschienen.
So sitzt der Armschutz richtig
- Den Armschutz auf der Innenseite des Unterarms des Bogenarms anlegen (bei Rechtshandschützen links).
- Er sollte vom Handgelenk bis etwa zur Mitte des Unterarms reichen – bzw. bis zur Ellenbeuge bei langen Modellen.
- Fest genug, dass er nicht verrutscht, aber ohne die Durchblutung einzuschränken.
- Riemen und Schnallen zeigen nach außen, damit sich die Sehne nicht daran verfängt.
Häufige Fragen
An welchem Arm trägt man den Armschutz?
Am Bogenarm, also dem Arm, der den Bogen hält. Bei einem Rechtshandbogen ist das der linke Arm.
Braucht man als Profi noch einen Armschutz?
Viele erfahrene Schützen tragen trotzdem einen – nicht nur gegen Sehnenschlag, sondern vor allem, um Kleidung aus der Sehnenbahn zu halten. Das sorgt für gleichmäßigere Schüsse.
Warum bekomme ich trotz Armschutz blaue Flecken?
Wenn die Sehne oberhalb des Schutzes auftrifft, ist der Armschutz zu kurz – oder die Armhaltung sollte korrigiert werden. Ein langer Schutz oder ein Technik-Check beim Trainer hilft.
Wie pflege ich einen Lederarmschutz?
Gelegentlich mit Lederpflege behandeln, nach nassem Training an der Luft trocknen lassen und nicht auf die Heizung legen.
Passend dazu: Der Armschutz schützt den Bogenarm, der Fingertab oder Schießhandschuh die Zughand. Beides zusammen ist auch ein schönes Geschenk – mehr Ideen in Geschenke für Anfänger.








